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April 2010 – FU Berlin

2. Mai 2010

UniWatch – Gegen Rassismus in Unseren Räumen!

Dokumentation rassistischer Vorfälle

Datum: April 2010

Uni: Freie Universität Berlin

*gemeldet von : weiß

1. Darstellung des Vorfalles

*Was ist passiert?

Während der Vorlesung XXX stellte Prof. XX nahezu inflationär den rein geographischen Begriff „Nordafrika“ dem extrem kolonial geprägten und meines Erachtens explizit rassistischem Begriff „Schwarzafrika“ gegenüber.

Hast du dich dazu geäußert?

Nach der Vorlesung suchte eine Gruppe von mehreren Student_innen, die sich der historischen Herkunft und der rassistischen Bedeutung dieses Begriffes bewusst waren, Prof. XX auf und versuchten, ihm unsere Ansichten näher zu bringen. Dies wurde rein sachlich vorgetragen. Wir versuchten, ihm alternative Begriffe, die eindeutig geographisch sind (Subsahara-Afrika, subsaharisches Afrika, Afrika südlich der Sahara, Zentral- und Südafrika etc), anzubieten und ihm zu erklären, was an dem Begriff „Schwarzafrika“ rassistisch ist. Des weiteren wiesen wir ihn darauf hin, dass einem Fachbereich wie XXX eine explizite koloniale Entstehungsgeschichte hat und Dozierende dieses Fachbereiches eine noch größere Verantwortung haben, ihre Lehre zu reflektieren.

Welche Reaktionen hast du dazu erhalten?

In der Reaktion von Prof. XX zeigte sich erst Recht wie notwendig und begründet unsere Kritik war. Er zeigte sich absolut uneinsichtig, verwies immer wieder darauf, dass er das N-Wort (welches er immer und immer wieder komplett aussprach) nicht mehr benutze und deshalb keineswegs rassistische Ausdrucksweisen verwende. Er stellte auch in seinen Äußerungen noch einmal explizit dar, dass er mit diesem Begriff einen rassistischen Kontext verband, da er sich nicht, auf die Unerforschtheit des „dunklen Afrikas“, sondern mit seiner Alternative „Das Afrika der Schwarzen“ ganz klar auf eine rassistische Unterscheidung berief. Die Vorlesung XXX handelte von der Entstehung der semitischen Sprachen, wobei er es als anerkannter Philologe absolut vertretbar fand von „DER schwarzafrikanischen Sprache“ zu sprechen.

Wie hast du dich dabei gefühlt?

Aufgrund der Vorfälle im letzten Semester war ich nicht besonders überrascht. Die absolute Uneinsichtigkeit und unsensible Umgangsweise mit der Sprache hat mich jedoch sehr an der Kompetenz von Herrn als PHILOLOGEN zweifeln lassen. Ganz abgesehen davon, dass es mich sehr traurig gestimmt hat, wie unreflektiert koloniale Begrifflichkeiten in der Lehre verwendet werden.

Was ist danach passiert?

Bisher nicht viel. Im Moment wird in der INI XXX eine interne Diskussion über den Vorfall und den Umgang damit geführt. Die Institutsleiterin der XXX-wissenschaft wurde angeschrieben und um Reflexion und Hilfe gebeten, eine Antwort blieb bisher aus.

2. Konsequenzen des Vorfalles

Ist es zu einer Intervention gekommen?

Bisher nicht

Wie ist diese verlaufen?

*Pflichtfelder

Link zum Mailverkehr zwischen dem AK UniWatch und dem Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften im Anschluss an den rassistischen Vorfall:

https://akuniwatch.wordpress.com/2010/07/05/fall-april-2010-fu-berlin-mailverkehr-ak-uniwatch-und-fachbereich-geschichts-und-kulturwissenschaften/

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One Comment leave one →
  1. 17. Mai 2010 11:54 am

    Der Begriff „Schwarzafrika“ ist eindeutig rassistisch. In der englischen Sprache ist das Pendant – „Black Africa“ – sowohl in der Wissenschaft als auch in der einschlägigen Medien nicht mehr zu finden. Ich bin mir sicher, dass auch die Philologen in Deutschland „lernfähig“ sind.
    Solidarische Grüße.

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