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INTERVENTIONEN – Tipps für Interventionen

26. Februar 2010

Tipps für den Umgang mit rassistischen Vorfällen

  • Grundsätzlich gilt: Du kannst, musst aber nicht, deine Position klar machen, indem du sie direkt nach dem Vorfall im Seminarraum aussprichst. Wenn du befürchtest, als Person of Color oder Schwarze_r durch deinen Protest zusätzlich marginalisiert und angefeindet zu werden, ist es völlig OK, erst einmal nichts zu sagen. Hör auf dein Gefühl!

  • Wenn du dich entscheidest, dich zu dem Vorfall zu äußern, lass dich – konfrontiert mit der Verweigerungshaltung deiner Professorin/deines Professors oder das Ausbleiben einer Solidarisierung deiner Kommiliton_innen – nicht auf eine Diskussion ein, wenn du keine Energie dazu spürst. Weiße Macht manifestiert sich unter anderem darin, dass sie „rationale Argumente“ bei dem Widerstand gegen Rassismus fordert, die jedoch wenig bei den betreffenden weißen Personen bewirken, weil Rassismus selbst keiner Logik folgt.
  • Nach dem Vorfall ist es wichtig, dass du dich jemandem anvertraust, der/die dir nahe steht, denn auch wenn es dir im Seminarraum so vorgekommen ist: Du bist nicht allein! Es gibt viele, die deine Wut nicht verstehen, diese Leute musst du aber nicht als Referenz für dich betrachten. Der Widerstand formiert sich leichter in geschützten Räumen, in denen du Verständnis für deine Erfahrung und damit verbundenen Gefühle erhältst. In diesen Räumen gestärkt und empowert, gelingt es oft einfacher, sich in den von weißen Perspektiven dominierten Kontexten zu behaupten, ohne oder zumindest weniger frustriert zu werden.

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