Glossar

GLOSSAR – Weißsein

Weißsein ist keine Bezeichnung einer auf biologischen Gegebenheiten basierenden homogenen Gruppe. „Rassen“ und Ethnien sind sozial konstruiert. Dennoch haben alle aus Rassialisierungsprozessen resultierenden Zuschreibungen reale Folgen im Sinne von Diskriminierung bzw. Privilegien. Peggy McIntosh spricht davon, dass weiß zu sein bedeutet, mit einem unsichtbaren Rucksack gesellschaftlicher Privilegien ausgestattet zu sein. Diese Privilegien sind nicht verdient worden, sondern durch eine gewaltsame Dominanzstruktur gesichert. Mit diesem unsichtbaren Rucksack ist u.a. auch das Privileg verknüpft sich mit Rassismus nicht auseinandersetzen zu müssen – und dies (meist) auch nicht zu wollen.

Der feministischen Theologin Eske Wollrad zufolge bildet Weißsein „den Kern rassistischer Hegemonie”. Es ist eine spezifische und wandelbare Identität, die zugesprochen, erkämpft und verloren werden kann. Um als Identität entstehen und fortbestehen zu können, bringen weiße Personen fortwährend „die Anderen“ hervor. Dies geschieht durch vielschichtige Abgrenzungen und negativ konnotierte Zuschreibungen. Ziel der Bildung und Aufrechterhaltung dieser Kategorien ist die (Re)Produktion weißer Dominanz innerhalb der rassifizierten Machtstrukturen – weiße Privilegien und Gewalt werden so legitimiert. Dadurch, dass lediglich „die Anderen“ benannt und markiert werden, bleibt Weißsein als unterliegende Norm und Motor dieser Prozesse unsichtbar und unmarkiert. Weiße erscheinen als nicht-rassialisiert und neutral.

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