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GLOSSAR – People of Color und Schwarze

26. Februar 2010

Die Begriffe „People of Color“ (kurz: POC) und „Schwarze“ sind positiv konnotierte Selbstbezeichnungen, die sich von kolonial geprägten und/oder rassistischen Fremdbezeichnungen bewusst abgrenzen. Sie referieren nicht auf die Hautfarbe oder die vermeintliche „Ethnizität“ einer Person, sondern stellen politische Selbstpositionierungen und eine widerständische Praxis gegen die Markierung als Nicht-Weiße_n durch eine Mehrheitsgesellschaft dar.

Als Kampfbegriffe wurden sie in den weltweiten Befreiungsbewegungen der 1960er Jahre populär und werden seit den 1990er Jahren vermehrt verwendet. Die Betonung liegt auf der Solidarisierung unter den von Rassismus betroffenen gesellschaftlichen Gruppen, also jener, die einer vermeintlich weißen Norm als „Andere“ gegenübergestellt werden, wobei Weiße dabei unmarkiert bleiben. Homogenisierende ethnische Kategorisierungen wie „die Afrikaner“, „die Türken“, „die Muslime“ oder „die Asiaten“ sind rassistische Konstruktionen, derer sich Weiße bedienen, um essentialistische Kulturkonzepte zu formulieren, mit denen sie ihre Überlegenheit behaupten. Durch die Praxis der Ethnifizierung und Rassifizierung werden in der deutschen Gesellschaft Differenzen konstruiert. Auf dieser Basis werden Mythen wie „Zivilisierte“ vs. „Unzivilisierte“, „wir“ vs. „die Anderen“ produziert und reproduziert.

Sich als POC oder Schwarze_r zu bezeichnen, wirkt solchen rassistischen Strategien entgegen, denn, wie Kien Nghi Ha es treffend formuliert: ‚Indem die kommunalen Grenzen marginalisierter Gruppen überschritten werden, finden eine Bündelung von Kräften und eine erweiterte Solidaritätspolitik statt. Dadurch wird die Weiße Dominanzstrategie des Teilens und Herrschens unterlaufen und die Effektivität antirassistischer Interventionen erhöht.‘

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